Jugendbeteiligung: Zuhören statt Vermuten
Youth Voices Rising: Was junge Menschen wirklich brauchen
Junge Menschen wollen mitreden und etwas verändern. Doch wie können sie dabei bestmöglich unterstützt werden? Eine neue Untersuchung aus dem Netzwerk von Generation Europe – The Academy zeigt: Während Fachkräfte häufig über strukturelle Rahmenbedingungen nachdenken, wünschen sich Jugendliche vor allem praktische Beteiligungsmöglichkeiten und konkrete Werkzeuge für eine wirksame Interessenvertretung. Genau hier setzt die Erasmus+ Kooperationspartnerschaft Youth Voices Rising an. Neun europäische Jugendorganisationen haben gemeinsam eine umfassende Bedarfsanalyse durchgeführt – sie bildet die Grundlage für die kommenden Projektaktivitäten.
Drei Perspektiven für ein besseres Verständnis
Interessenvertretung – oder Advocacy – gelingt am besten, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Doch decken sich die Angebote der Organisationen tatsächlich mit den Wünschen junger Menschen? Um diese Frage zu beantworten, hat das Team der Europäischen Jugendbildungs- und Jugendbegegnungsstätte Weimar (EJBW) Jugendliche sowie Verantwortliche aus NGOs der Jugendarbeit und Jugendhilfeträgern in mehreren europäischen Ländern befragt. Dieser Rundumblick macht sichtbar, wo Wahrnehmungen übereinstimmen – und wo sie auseinandergehen. Im Zentrum stand die Frage:
Wie können wir junge Menschen bestmöglich empowern?
Weniger Theorie, mehr Praxis
Die Botschaft vieler Jugendlicher ist klar: »Less Theory, More Action.« Sie möchten lernen: selbstbewusst vor Gruppen zu sprechen, Kampagnen zu planen und Entscheidungsträger*innen auf Augenhöhe zu begegnen. Fachkräfte sehen zusätzlich strukturelle Hürden wie fehlende Ressourcen oder Sprachbarrieren. Die Analyse zeigt: Es braucht starke unterstützende Strukturen – kombiniert mit praxisnahen Methoden, die Selbstvertrauen und Selbstständigkeit fördern.
Vom Papier direkt in die Aktion
Die Ergebnisse fließen unmittelbar in die Projektpraxis ein: in ein internationales Lobbying-Training in Thessaloniki sowie ein Multiplier-Training für lokale Lobbyist*innen in Bad Liebenzell. Statt trockener Theorie setzt das Programm auf Simulationen, Public-Speaking-Übungen und reale Begegnungen mit politischen Akteur*innen. In den kommenden Monaten organisieren die Teilnehmenden lokale Lobbying-Trainings in: Deutschland, Italien, Portugal, Ungarn, Griechenland und Spanien.
Ein Werkzeug für die Community
Die Analyse zeigt exemplarisch, wie evidenzbasierte Jugendarbeit funktionieren kann. Ein zentrales Ergebnis: Junge Menschen sehen Bildungsgerechtigkeit als Top-Priorität für Advocacy – ein Schwerpunkt, der von Organisationen teils unterschätzt wird. Zudem wird deutlich: Nicht fehlendes Interesse ist das Problem, sondern häufig das Gefühl, politisch nicht ernst genommen zu werden. Wir laden alle Akteur*innen der Jugendarbeit und politischen Bildung ein, die Ergebnisse für ihre eigene Praxis zu nutzen.
Bereits zuvor ist im Rahmen von Generation Europe – The Academy das Policy Paper
»Young Voices for Youth Work« erschienen. Darin formulieren junge Menschen aus neun europäischen Ländern ihre Vision für eine nachhaltige, gut finanzierte und inklusive Jugendarbeit in Europa. Die Kooperationspartnerschaft Youth Voices Rising wird kofinanziert von der Europäischen Union.https://generationeurope.org/youthvoices/
Generation Europe – The Academy ist ein internationales Netzwerk von Organisationen der Jugendarbeit und ein Förderprogramm für europäische Zusammenarbeit. Koordiniert wird es vom Internationales Bildungs- und Begegnungswerk (IBB e.V.) in Dortmund.
auf Facebook teilen · veröffentlicht am 23. Februar 2026
Jugendkonferenz zum Thema Mitbestimmung
Wie können politische Gremien attraktiv für Jugendliche & junge Erwachsene werden & was hat das mit Diskriminierung zu tun« tolle Debatte in der Fish Bowl mit Menschen aus der Politik & Verwaltung. Wer wird beteiligt & wer erfährt davon? Und was ist mit den Dörfern um die Stadt? Soziale Gerechtigkeit & Mobilität in Altenburger Land.
auf Facebook teilen · veröffentlicht am 12. Februar 2026
Youth Voices Rising: Internationales Training zu Advocacy und Lobbying
Vom 14. bis 18. Januar 2026 wurde in Thessaloniki, Griechenland, das »International Lobbying Training« im Rahmen des Projektes »Youth Voices Rising« durchgeführt. Die internationale Trainingsmaßnahme richtete sich an junge Menschen im Alter von 18 bis 26 Jahren, die in der Jugendarbeit aktiv sind – sei es als Mitglieder lokaler Jugendgruppen, als Freiwillige oder als hauptamtliche Mitarbeitende von Jugendorganisationen.
Ziel des Trainings war es, die Teilnehmenden dabei zu unterstützen, ihre Advocacy- und Lobbying-Kompetenzen aufzubauen und zu vertiefen. In einem dynamischen und praxisorientierten Lernumfeld setzten sie sich intensiv mit politischem Dialog, Interessenvertretung und Entscheidungsprozessen auf europäischer und internationaler Ebene auseinander. Der Fokus lag darauf, Jugendinteressen wirksam zu vertreten und Jugendstimmen in politischen Prozessen sicht- und hörbar zu machen. Markus Rebitschek, pädagogischer Mitarbeiter in der EJBW stellte den Teilnehmenden die Ergebnisse der im Vorfeld durchgeführten europaweiten Umfrage, die sich an junge Menschen, Jugendorganisationen sowie Entscheider*innen im Bereich Jugend richtete vor.
Darüber hinaus wurden die Teilnehmenden ermutigt, sich auch über das Training hinaus aktiv einzubringen. Im Rahmen von »Youth Voices Rising« erhielten sie Impulse und Perspektiven für weiterführende Aktivitäten, beispielsweise für ein Engagement als Jugenddelegierte bei internationalen Treffen oder Konferenzen.
Bilder: Infinity Greece / KIRKO
auf Facebook teilen · veröffentlicht am 02. Februar 2026
Es geht los! Kick-Off-Treffen für multimediales interaktives Theaterprojekt zur DDR-Geschichte
In der ersten Januarwoche kamen die Kooperationspartner zum Startschuss für das auf zwei Jahre Laufzeit angelegte Theaterprojekt mit dem Titel »Zwischen Träumen und Wachen – Einblicke in das geteilte Deutschland« in der Kaleidoskop-Schule Jena zusammen.
Mit dem Theaterprojekt entsteht ein innovatives Bildungsformat, das historische Bildung, künstlerische Praxis und mediale Gestaltung eng miteinander verbindet. Ziel ist es, Jugendlichen einen emotionalen und zugleich reflektierten Zugang zur Geschichte der DDR zu eröffnen – jenseits klassischer Vermittlungsformen und mit einem klaren Bezug zu Fragen der Gegenwart.
Das partizipative Konzept bindet Jugendliche aktiv in die Entwicklung eines professionellen Theaterstücks ein. Ausgangspunkt der Arbeit sind reale Biografien, Zeitzeug*innenberichte und historische Quellen zur DDR-Geschichte, die als kreativer Rohstoff genutzt werden.Nach der Premiere an der Staatlichen Gemeinschaftsschule Kaleidoskop Jena im Sommer 2027 wird das Stück bundesweit an weiteren Schulen aufgeführt. Begleitende Unterrichtsmaterialien, Filmsequenzen und moderierte Gespräche sollen die Auseinandersetzung mit den Themen des Stücks vertiefen.
Die EJBW arbeitet bei dem Projekt mit der Kaleidoskop Gemeinschaftsschule Jena, der musealis GmbH sowie der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen zusammen. Es wird gefördert von dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur im Rahmen des Programms »Jugend erinnert«, Förderlinie SED-Unrecht.
auf Facebook teilen · veröffentlicht am 13. Januar 2026
Lernen aus der Vergangenheit: Ein Seminar in Weimar und Buchenwald
Anfang Dezember war eine Gruppe aus der Staatlichen Berufsbildende Schule für Gesundheit und Soziales Jena in der EJBW zu Gast. Die Teilnehmenden beschäftigten sich bei einem dreitägigen Seminar mit der Geschichte Weimars im Nationalsozialismus und der Gedenkstätte Buchenwald. Auch Fragen des heutigen Umgangs mit der Vergangenheit wurden diskutiert. Hier ist ein Bericht der jungen Erwachsenen zu lesen.
auf Facebook teilen · veröffentlicht am 05. Januar 2026
Um den Gebrauch unserer Website möglichst benutzerfreundlich zu gestalten, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.

