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  • EJBW besorgt über MdB Brandners (AfD) verbale Angriffe gegen Demokratieförderprogramme

    (Apologies. This content is only available in German language.)

    Stephan Brandner, Bundestagsabgeordneter der Partei »Alternative für Deutschland« bat die Europäische Jugendbildungsstätte Weimar um einen Gesprächstermin, um sich über die Arbeit der Stiftung zu informieren. Der einstündige Termin fand am 26.02.2019 statt. Die EJBW empfing Herrn Brandner insbesondere, um ihn zu seinen abwertenden Äußerungen zu Demokratieförderprogrammen zu befragen und ihrer tiefen Sorge um die geschichtsrevisionistische Positionierung in seiner Partei Ausdruck zu verleihen.

    Brandner hat in eigenen Presseerklärungen etwa geäußert, dass das »Landesprogramm für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit« »überflüssig« und »gescheitert« sei, »kaum einen Nutzen habe«, dass sich »Werte nicht im Stuhlkreis vermitteln ließen« oder, dass es sich um eine »Beschäftigungsförderung für ehemalige Mitarbeiter linker Abgeordneter oder von Sozialarbeitern« handele.

    Das Programm »Schule ohne Rassismus- Schule mit Courage«, welches die EJBW für Thüringen koordiniert, wurde von der AfD Thüringen durch parlamentarische Anfragen in Frage gestellt. Diese stellte Wiebke Muhsal, Fraktionskollegin Brandners als dieser noch Landtagsabgeordneter war.

    Von Äußerungen seiner Parteikollegen Björn Höcke, dass es einer »erinnerungspolitischen Wende um 180 Grad« bedürfe und Gaulands, dass »Hitler und die Nazis nur ein Vogelschiss in über 1000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte« seien, hat er sich nie distanziert.

    »Was stärkt und was gefährdet die Demokratie? Dies ist die leitende Fragestellung, mit der sich die EJBW in ihren Bildungsangeboten beschäftigt. In ihrer gesamten pädagogischen Arbeit geht es der EJBW darum, die Demokratie zu stärken und Jugendliche zu motivieren und zu befähigen, sich in die Gesellschaft einzubringen. Aus diesem Selbstverständnis heraus muss die EJBW den Positionen Brandners und seiner Parteikollegen vehement widersprechen. Die EJBW sieht die politische Bildungsarbeit als unverzichtbar für die Entwicklung unserer Demokratie. Als Demokrat*in wird man nicht geboren, man erlernt und übt demokratische Verhaltensweisen ein. Demokratieförderprogramme wie das Landesprogramm leisten hierzu einen wichtigen Beitrag«, erklärt Eric Wrasse, pädagogischer Leiter der EJBW.

    Die Stiftung ist unter anderem Trägerin der externen Koordinierungsstelle des »Lokalen Aktionsplan Weimar«. Ziel des Programms ist die Förderung zivilgesellschaftlichen Engagements und einer Kultur des respektvollen Miteinanders in Weimar. Ebenso bietet sie Fortbildungen im Rahmen des »Thüringer Landesprogramms für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit« an und schult dabei Polizist*innen, Erzieherinnen, Lehrerinnen und Verwaltungsmitarbeitende zu den Themen Demokratie, Diversität, Toleranz, sexuelle Orientierung und Geschlechteridentitäten.

    Darüber hinaus ist die EJBW Landeskoordination für das Programm »Schule ohne Rassismus- Schule mit Courage«, einem Netzwerk von und für Schüler*innen an über 50 Schulen in Thüringen, die sich in ihrer Schule gegen Rassismus, Diskriminierung, Mobbing und Gewalt einsetzen und das Schulklima aktiv mitgestalten wollen. Die Schüler*innen sammeln hier wichtige Partizipationserfahrungen und lernen sich einzubringen.

    Am Lernort Weimar beschäftigt sich die EJBW in ihrem Arbeitsbereich »historisch-politische Bildung« insbesondere mit dem Werden der jungen Weimarer Republik und ihrem Scheitern, sowie mit der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft, um Jugendlichen ein Lernen aus der Geschichte zu ermöglichen. »Die Stiftung hält die Erinnerung an die Gründer der ersten demokratischen Republik, ebenso wie das Gedenken an die Opfer der sie ablösenden Diktatur für unbedingt notwendig. Es ist wichtig für Jugendliche, mehr über die Ursprünge von Demokratie und Menschenrechten in Deutschland zu erfahren und es ist essentiell, dass sie verstehen, was passieren kann, wenn Demokratie und Menschenrechte in Frage gestellt oder abgeschafft werden«, ergänzt Eric Wrasse.

    share on Facebook · veröffentlicht am 26. February 2019