Um den Gebrauch unserer Website möglichst benutzerfreundlich zu gestalten, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.

alle Pressemitteilungen anzeigen

Medienecho

  • Bericht über Modellprojekt »Seminarleiter*innen-Ausbildung von und mit Geflüchteten« in der Zeitung »Freies Wort«

    Am 20.10. gab Sebastian Haak in der »Freies Wort« unter dem Titel »Mehr, als sie sich erhofft haben« einen guten Einblick in das Projekt, dessen Ausbildungen vor kurzem abgeschlossen sind. Er schreibt z.B. von den nicht immer leichten Anfängen des Projektes: »›Wir mußten erst mal eine Vertrauensbasis in der Gruppe schaffen, um inhaltlich arbeiten zu können‹, sagt Christian-Friedrich Lohe. Das habe viel Zeit gekostet. Zum Beispiel seien die Seminarbetreuer gemeinsam mit den etwa zehn Flüchtlingen, dem etwa halben Dutzend deutschen Teilnehmern sowie den etwa 15 Deutschen ohne Migrationshintergrund nach Leipzig gefahren. Und nach Berlin. Das habe dann das nötige Vertrauen gebracht. Vertrauen, das die Teilnehmer des Seminars schließlich viel weiter brachte, als es zu dessen Beginn absehbar war. […] Ein sehr konkretes Ergebnis dieses Projekts sind vorkonzipierte Workshops, z.B. zum Selbstbild von muslimischen Frauen, zu Fluchtrouten, zur politischen Situation in Syrien oder zur Ideologie des islamischen Staates. Sie können alle von Syrern gehalten werden, die selbst als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen sind.«

    Haack beschreibt weiter die Reaktionen der Schüler*innen, die diese ersten Seminare besuchten: »Erste Erfahrungen […] gibt es bereits. Diese seien, räumt Eric Wrasse ein, durchaus gemischt ausgefallen. […] Es hätten sich manche Schüler einerseits sehr beeindruckt von dem gezeigt, was die Flüchtlinge – die häufig nicht dramatisch älter als sie sind – ihnen berichteten. Andererseits hätten sich manche Schüler schlicht und einfach auch in ihrem schon feststehenden, abwertenden Urteil über Geflüchtete bestätigt gefühlt.« Solche geteilten Reaktionen hat Wrasse auch schon oft bei Gesprächen von Schüler*innen mit Zeitzeugen von großen historischen Umwälzungen beobachtet.

    Wie geht es nun weiter? »Dass Wrasse, Lohe und auch die anderen Betreuer bei der Bildungsstätte trotzdem so sehr überzeugt von diesem Projekt sind, dass sie es 2017 in einer Jugendbildungsstätte in Unterfranken wiederholen wollen, liegt deshalb nicht nur in der Reaktion deutscher Schüler auf die Workshops. Sondern eben ganz entscheidend auch darin, was die jungen Flüchtlinge aus diesen Seminaren mitgenommen haben. Anas Alkarri zum Beispiel – der einen Workshop zur Alltragskultur in Syrien anbietet – sagt, einer der Hauptgründe für ihn an dem Projekt teilzunehmen, sei die Hoffnung gewesen, sich so leichter in Deutschland integrieren zu können. […] ›Das war‹, sagt Alkarri, ›ganz entscheidend für uns: Dass wir die Ausbildung mit Deutschen gemeinsam machen konnten.‹ « Die Gruppe, die sich zusammengefunden hatte, habe sich als ganz wundervoll erwiesen, es seien schöne Freundschaften entstanden, sagt er. Auch haben sie viel Hilfe von den Deutschen, z.B. bei Behördengängen, erhalten, was eigentlich gar nicht Ziel dieses Projektes war. »Alkarri sagt, dieser Workshop habe ihm viel mehr gebracht, als er sich das jemals erhofft habe.«

    auf Facebook teilen · veröffentlicht am 20. Oktober 2016