alle Pressemitteilungen anzeigen

Pressemitteilungen

  • Syrische Geflüchtete unterrichten Schüler*innen aus Weimar und Rom

    Workshops für Jugendliche an der Europäischen Jugendbildungs- und Jugendbegegnungsstätte in Weimar

    Zehn Geflüchtete aus Syrien bieten am heutigen Donnerstag und Freitag im Reithaus der Europäischen Jugendbildungs- und Jugendbegegnungsstätte (EJBW) Workshops der politischen Bildung an. Daran nehmen achtzig Schüler*innen des Goethe-Gymnasiums Weimar und des Liceo Scientifico Morgagni aus Rom teil.

    »Es ist eine einmalige Gelegenheit für die Jugendlichen, aus erster Hand etwas über die politische Situation in Syrien, die Flucht aber auch über die arabische Kultur und Sprache und den so kontrovers diskutierten Islam zu erfahren. Sie können alle Fragen, die sie an Geflüchtete haben, direkt stellen«, erläutert Eric Wrasse, pädagogischer Leiter der EJBW, das Projekt. Die Geflüchteten haben sich intensiv auf die Workshops vorbereitet und zahlreiche Materialien wie Fotos, Videos und Alltagsgegenstände zusammengestellt. Dazu gehört auch ein Video, das ihre Ankunft im Schlauchboot auf der griechischen Insel Samos zeigt.

    Für welche Werte steht der Islam? Wie lebt man in Damaskus in der Familie und Nachbarschaft? Wer kämpft eigentlich gegen wen im Nahen Osten und wie ist der Konflikt entstanden? Warum heißt das Mittelalter in Arabien ›Goldenes Zeitalter‹? Inwiefern war die Region damals in Medizin, Wissenschaft und Philosophie führend? Warum sprechen Geflüchtete von der ›Reise des Todes‹, wenn sie über ihre Flucht aus Syrien sprechen? Wie lebt eine gläubige Muslimin? Das sind unter anderem die Themen der Workshops.

    »Ich freue mich wirklich sehr, dass ich die Möglichkeit habe, mit diesen jungen Leuten aus Deutschland und Italien zu arbeiten. Es ist eine große Verantwortung, mein Volk hier zu repräsentieren, aber ich denke es ist nötig, das zu tun« sagt Anas Alkarri, ein 26-jähriger Syrer, der mit seiner Frau und seinem zwei Monate alten Sohn seit Oktober 2015 in Weimar Nord lebt. Er wird in seinem Workshop gemeinsam mit seinem Landsmann Ali Alketranji die arabische Alltagskultur vorstellen und unter anderem zeigen, wie man in Damaskus Kaffee zubereitet und sich am Kaffeetisch mit Freunden und Familie trifft.

    Die Workshops finden im Rahmen eines Seminars zum Thema Menschenrechte statt, das die EJBW alljährlich als deutsch-italienische Begegnung organisiert.

    auf Facebook teilen · veröffentlicht am 10. März 2016