alle Pressemitteilungen anzeigen

Pressemitteilungen

  • Pädagogik und Postkolonialismus – Neues Thema im Programm der EJBW

    Zu dieser vielschichtigen Thematik finden das Vorbereitungstreffen und die Gruppenleiter*innenausbildung vom 28.April bis 04.Mai in Berlin und Weimar statt

    Heute startet in Berlin das Vorbereitungstreffen und die Gruppenleiter*innenausbildung für Jugendliche aus Frankreich, Großbritannien, Italien, den Niederlanden, Portugal, Spanien und Deutschland im Rahmen des Projektes »Revealing Colonialism«. Ab dem 30. April geht die Veranstaltung in Weimar weiter.

    Schwerpunkte der Veranstaltung in Berlin und Weimar sind die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Thema Pädagogik & Kolonialismus sowie die Planung einer gemeinsamen Jugendbegegnung im September in Portugal, d.h. die inhaltliche als auch organisatorische Umsetzung des Jugendaustauschs gemeinsam mit den Vertreter*innen der Partnerorganisationen und den zukünftigen beteiligten Jugendlichen (Gruppenleiter*innen).

    Eine Woche lang beschäftigen sich junge Erwachsene und Fachkräfte mit folgenden Fragen: Warum spielt der europäische Kolonialismus noch heute eine so wichtige Rolle, dass wir ihn noch heute bei der Betrachtung von globalen Machtstrukturen beachten müssen?

    Der europäische Kolonialismus ist einzigartig, was die Nachhaltigkeit der wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Veränderungen angeht, die im Zuge dieser Epoche weltweit entstanden sind. Die Beziehungen zwischen globalem Norden und globalem Süden sind bis heute fundamental geprägt von einer gemeinsamen Vergangenheit der Kolonisierung. Die in Europa sehr unterschiedlich behandelten Kapitel der Verstrickungen der am Projekt beteiligten Länder in den transatlantischen Sklavenhandel sowie in koloniale Eroberungen soll mit dem Vorhaben eine kritische, öffentliche Auseinandersetzung finden. Insbesondere angesichts von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit sind aktuelle Herausforderungen für diesbezügliche Öffentlichkeitsarbeit, Bildung und Entwicklungspolitik zu diskutieren sowie Handlungsansätze für verschiedene Akteure aufzuzeigen.

    Vor diesem Hintergrund zielt das Projekt »Revealing Colonialism« darauf ab, Wissen über Postkolonialität und ihre Rolle in der politischen (Jugend)Bildung zu erarbeiten und zu vermitteln.

    »Die Aktualität des Themas zeigen nicht allein Bemühungen für Straßenumbenennungen, um koloniale Geschichte zu reflektieren, oder Kritiken am Rückgriff auf kolonial-rassistische Vorstellungen in Werbespots für Produkte. Sondern auch Diskussionen über Sprache in Kinderbüchern, die gerade vor einiger Zeit erneut und erbittert zwischen den Gegenpolen ›Zensur durch politische Korrektheit‹ und ›Verletzung durch rassistische Sprache‹ geführt wird« so Markus Rebitschek, Bildungsreferent für internationale Jugendarbeit an der EJBW.

    Das Projekt »Revealing Colonialism« ist ein Folgeprojekt einer Reihe von internationalen Fachkräftemaßnahmen mit dem Titel »Außerschulische Bildung und Diversität in der Europäischen Jugendarbeit«, umgesetzt im Rahmen des Programms Erasmus+ in den Jahren 2015 und 2016. Das Projekt wird durchgeführt mit finanzieller Unterstützung des Programms Erasmus+ der Europäischen Kommission sowie Mitteln aus dem Kinder- und Jugendplan des Bundes (KJP).

    auf Facebook teilen · veröffentlicht am 03. Mai 2017