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  • Bildungsprojekt zu Menschenbildern: 250 Jugendliche aus Belgien in Weimar

    Im Rahmen des Projektes »snapshot« zu historisch-politisch-kultureller Bildung arbeiten die Klassik Stiftung Weimar, die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora und die Europäische Jugendbildungs- und Jugendbegegnungsstätte Weimar (EJBW) eng mit der Stadt Leuven zusammen.

    Vom 12. bis 31. März sind 250 Jugendliche aus der Stadt Leuven im flämischen Teil Belgiens zu Gast in Weimar. Sie nehmen am Bildungsprojekt »snapshot« teil. Darin geht es um die Frage, wie in verschiedenen Epochen Menschenbilder das Zusammenleben beeinflusst haben – und was dies für die Gestaltung unserer Gegenwart und Zukunft bedeuten kann.

    Erstmals findet das Bildungsprojekt in diesem Jahr an drei Wochen statt. Beim zehnjährigen Jubiläum 2015 begleitete eine Delegation der Stadt Leuven die Schüler*innen in Weimar. Sie war von dem Programm und den Rückmeldungen der Teilnehmenden so begeistert, dass der Wunsch entstand, noch mehr Jugendlichen die Fahrt nach Weimar zu ermöglichen. Die Klassik Stiftung Weimar, die Gedenkstätte Buchenwald und die Europäische Jugendbildungs- und Jugendbegegnungsstätte Weimar, die das Programm in einer engen Kooperation gemeinsam durchführen, kamen dieser Bitte gern nach. So kommen nun Jugendliche aus insgesamt neun Schulen nach Weimar. »Die Teilnahme am »snapshot«-Projekt gibt Jugendlichen eine hervorragende Möglichkeit, einerseits in Kontakt mit den Schüler*innen anderer Schulen aus Leuven zu kommen und die oft vorhandenen Vorurteile gegenüber einander abzubauen, und anderseits viel über die Geschichte von Weimar mit ihren Licht- und Schattenseiten zu lernen«, erläutert Sarah De Cock, Lehrerin der Schule De Ring Leuven.

    Durch alle Programmpunkte zieht sich wie ein roter Faden die Frage nach dem Menschenbild in unterschiedlichen Gesellschaften: Welche Vorstellungen über den Wert des Menschen sind vorherrschend zu Zeiten Goethes und der Aufklärung, welche Folgen hat die nazistisch-rassistische Hierarchisierung in »Über-« und »Untermenschen« und wie wird aktuell trotz aller Menschenrechtskonventionen die Ein- und Ausgrenzung von Einzelnen und ganzen Minderheiten begründet? Wie lassen sich Menschenbilder und ihre Auswirkungen ablesen am Verhältnis der Gesellschaft zu Natur, Kunst, Bildung oder Stadtgestaltung? Im »snapshot«-Programm werden diese Fragen exemplarisch anhand der Geschichte Weimars erschlossen und aktualisiert.

    Für den Teilnehmer Lucas Segers (19) ist es im Seminar »höchst spannend zu sehen, wie sich in unterschiedlichen Epochen von der Weimarer Klassik, dem Bauhaus bis hin zur Nazi-Zeit das Bild vom Menschen änderte«. Er betont: »Ich bin der Meinung, wir sollten es schätzen lernen, Menschenrechte zu haben, die mühsam erkämpft wurden. Und wir sollten dafür auch weiter kämpfen. Wir sollten einander mehr respektieren und uns so, wie wir sind, akzeptieren, ohne zu denken, dass jemand besser als andere ist«.

    Die Jugendlichen stellen sich dem Thema mit viel Engagement und Eigeninitiative. Mit Mitteln von Grafik, Video, Fotografie, Theater, Tanz oder auch Plastik werden die Ergebnisse und Eindrücke des Programms festgehalten, präsentiert und schließlich zur weiteren Dokumentation nach Leuven mitgenommen.

    »Die Zusammenarbeit in diesem Projekt der historisch-politisch-kulturellen Bildung bedeutet für die drei beteiligten Einrichtungen einen erheblichen gemeinsamen Erfahrungsschatz, der zu weiteren Kooperationen geführt hat und in seiner Bedeutung kaum überschätzt werden kann«, so sind sich Elke Kollar (Klassik Stiftung Weimar), Daniel Gaede (Gedenkstätte Buchenwald) und Frank König (EJBW) einig. Sie sind für die Konzeption, Planung und Durchführung des Projekts zuständig, das auch mit Schulen aus Ehingen, Modena und Bologna durchgeführt wird.

    auf Facebook teilen · veröffentlicht am 22. März 2017